|
Den Karrierecoach richtig auswählen
|
|
| Durch Beratung die Wünsche erkennen. (Bild:
Stiftung Grone-Schule/dpa/gms)
| Frankfurt/Main/Hamburg
(dpa/gms) - Frust am Arbeitsplatz, ein Jobwechsel oder der
Wunsch, die eigene Karriere zu planen: Hier hilft ein
professioneller Karriereberater, auch Coach genannt. Das
erklärt Uwe Böning vom Deutschen Bundesverband Coaching (DBVC)
in Frankfurt.
Doch den passenden Berater für sich zu finden, ist nicht
einfach. Nur das Telefonbuch aufzuschlagen, reiche nicht aus,
erklärt der Inhaber einer Managementberatung weiter.
«Viele haben Probleme, mit der Dynamik am Arbeitsmarkt
mitzukommen», sagt Axel Janßen, Vorstandsmitglied im Deutschen
Verband für Coaching und Training (dvct) in Hamburg und selbst
Karrierecoach. «Da will dann auch der Einzelne wissen, wie er
da mithalten und seine Karriere planen kann.» Ein Coaching
könne dabei helfen, indem es die eigenen Stärken und Schwächen
heraus arbeitet oder deutlich macht, wo die eigenen
beruflichen Ziele liegen.
Die meisten Coaches hätten ein Studium der Psychologie, der
Sozialwissenschaften, Pädagogik oder Betriebswirtschaft
absolviert. Etablierte Anbieter verfügten über Erfahrung im
Coaching und häufig auch über eine Zertifizierung, wie sie von
den großen Berufsverbänden ausgegeben wird.
Ein guter Coach verstehe sich als neutraler Ratgeber und
begleite den Kunden bei der Lösung eines Problems «auf
Augenhöhe», sagt Bernhard Juchniewicz, Vorsitzender der
European Coaching Association (ECA) in Düsseldorf. «Er ist
kein Lehrmeister, sondern ein Partner, der seine Erfahrung
einsetzt, um dabei zu helfen, dass jemand seine Persönlichkeit
weiter entwickelt.» Ob ein Vertrauensverhältnis - oder
zumindest ein gutes Arbeitsverhältnis - zustande kommen kann,
sei spätestens nach der ersten Sitzung klar.
«Mein Bauchgefühl muss stimmen», sagt Axel Janßen. Zur
ersten Sitzung sollte aber auch der Kunde Klarheit darüber
mitbringen, was für ihn Anlass und Ziel der Beratung sind.
Unseriös sind laut Axel Jansen unhaltbare Versprechen wie
«Persönlichkeitsbildung in drei Stunden» oder «Ich mache Sie
in 48 Stunden erfolgreich».
Auch wenn ein Coach Monate lange Begleitung mit
wöchentlichen Sitzungen anbietet, sei Vorsicht angebracht. Ein
gutes Coaching müsse nicht mehrere Monate dauern. «Zehn
Sitzungen sind schon viel», sagt Bernhard Juchniewicz. Üblich
seien ganztägige Seminare oder mehrere Halbtagssitzungen, um
Fehlzeiten im Job niedrig zu halten. Üblich sind in der
Branche Anfangs- oder Vorgespräche von 30 Minuten bis zu einer
Stunde Dauer.
Sie dienen dem Kennenlernen und ermöglichen beiden Seiten,
Wünsche und Ziele auszuloten und die gegenseitige Sympathie
abzuschätzen. Den Verbänden zufolge bieten seriöse Coaches
diese Vorgespräche kostenlos an. Uwe Böning empfiehlt daher
jedem, ein Konzept von zwei oder drei Coaches einzuholen. Und
es ist angesichts der in der Branche üblichen Honorare
offenbar auch unerlässlich. Laut Uwe Böning liegt der
durchschnittliche Stundensatz bei rund 140 Euro.
Autor: Artikel vom 10.10.05
09:39 |